Korrion-Krieg

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Die Geschichte der Zivilisation, so heißt es, ist auch die Geschichte des Krieges.

Lange vor dem Erstkontakt mit den Fordianern, als die Völker der Erde noch damit beschäftigt waren, sich gegenseitig zu minimieren, tobten in den Weiten des Alls Kriege, die die apokalyptischsten Alpträume der Menschen überstiegen. Einer dieser Kriege hat bis heute unauslöschliche Spuren hinterlassen und das Angesicht der Galaxis verändert: der Korrion-Krieg.

Vor gut 2.500 Standardjahren hatte sich der Intergalaktische Völkerbund gerade von seiner ersten großen Auseinandersetzung mit den Jozianern erholt und diese in die Xidian-Sektoren der Nordwestlichen Peripherie zurückgedrängt. Verwüstete Planeten wurden neu begrünt, und Zivilisationen, die sich am Rande der Vernichtung befunden hatten, breiteten sich erneut über die Sterne aus.

Bei all den Gräueln, die die Jozianer verursacht hatten, gab es doch zumindest eine positive Nebenwirkung ihres Vormarschs, denn er hatte geholfen, den Zusammenhalt des Intergalaktischen Völkerbundes zu stärken. Neue Völker und Spezies schlossen sich dem Bund an, in der Hoffnung, dadurch neue, galaxieweite Konflikte zu vermeiden und gegen eine erneute Invasion gewappnet zu sein. Eine Ära des Wohlstands und des Friedens hatte begonnen.

Aber sie sollte nicht lange halten.

Je weiter sich der Intergalaktische Völkerbund ausbreitete – und mit ihm sein militärischer Arm, der Intergalaktische Sicherheitsdienst – desto mehr fühlten sich einige blockfreie Zivilisationen bedrängt. Insbesondere die Fordianer, eine der ältesten, noch lebenden Spezies der Galaxis und Gründer des Intergalaktischen Sicherheitsdienstes, wurden zum Feindbild der unabhängigen Welten. Man warf ihnen vor, andere Zivilisationen nach ihrem Abbild zu formen und jüngere Spezies in ihrer natürlichen Entwicklung zu behindern, indem sie Erstkontakte einleiteten, lange bevor die betreffenden Spezies psychisch und kulturell darauf vorbereitet waren.

So dauerte es nicht lange, bis der Intergalaktische Völkerbund in der Korrion-Symmachie einen mächtigen Gegner fand – ein Zusammenschluss von dreihundert pangalaktischen Systemen.

Kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der Symmachie und dem Völkerbund um Grenzverläufe und die Nutzung von Sternwegen, eskalierte die Situation schließlich, als eine Fehlfunktion seines Reaktors einen Fordianischen Kreuzer im Orbit von Rokalek detonieren ließ – einer bedeutenden Grenzwelt der Symmachie.

In Windeseile folgte eine Mobilmachung der Symmachie-Streitkräfte. Keine zwölf Stunden nach dem vermeintlichen Angriff auf Rokalek befanden sich die beiden größten Meta-Zivilisationen der Galaxis in einem Krieg, der fünfhundert Standardjahre lang andauern sollte.

Hatte sich der Konflikt mit den Jozianern weitgehend auf den Weltraum und den Hyperraum beschränkt, tobte der Korrion-Krieg auf einer Unzahl von Welten und Habitaten. Der Korrion-Symmachie ging es dabei nicht einfach nur um Rohstoffe und Territorien. Sie führte einen ideologischen Krieg, der erst gewonnen sein konnte, wenn die Fordianer und ihr Einfluss vollständig eliminiert waren – zusammen mit all ihren Anhängern.

So wurden im Verlaufe des Korrion-Krieges alle Regeln der zivilisierten Kriegsführung gebrochen. Welten wurden mit Schwarzloch-Waffen vernichtet und Milliarden von Lebewesen durch Nano-Viren ausgelöscht. Vormals florierende Systeme wurden zu Schiffsfriedhöfen.

Es war ein Krieg mit einer Myriade Fronten, der über 60 Prozent aller raumfahrenden Zivilisation der Galaxis in einen Strudel aus Chaos und Zerstörung riss. Die Zahl der Toten wurde auf beiden Seiten in Trillionen gemessen.

Auch die Erde – die von den Geschehnissen im Rest des Universums nichts ahnte – wäre beinahe Opfer des Korrion-Krieges geworden, als nur wenige Lichtjahre vom Sol-System entfernt eine Raumschlacht immer weiter expandierte. Letztlich wurde sie jedoch durch die Zündung einer Novabombe beendet – ein Ereignis, in dem manche Historiker den Ursprung des Sterns von Betlehem sehen.

Obwohl es in der zweiten Hälfte des Krieges schien, als würde die Symmachie den Intergalaktischen Sicherheitsdienst in die Knie zwingen, führten innerpolitische Streitigkeiten zu einem Zerwürfnis ihrer Bündnisparteien. Mehrere Mitgliedsvölker der Symmachie traten auf die Seite des Völkerbundes über, darunter die Feyraner, die Monmika, die Terilex und die Navarr.

Letztlich endete der Krieg mit der synchronen Selbstvernichtung der wichtigsten Kernwelten der Symmachie: Amidur, T’Bash, Yromai und Korrion, deren Regierungen sich und ihre Völker lieber zum Tode verurteilten, als dem Feind in die Hände zu fallen.

Heute, zweitausend Standardjahre nach dem Ende des Korrion-Krieges, findet man überall in der Galaxis Mahnmale und Denkmäler an diese dunkle Epoche der Geschichte. Die Waffen beider Seiten haben zu Schlacke geschmolzene Planeten und verglühte Sonnen hinterlassen. Hunderte von Zivilisationen wurden zurück in die Steinzeit gebombt, und nicht selten findet man noch nicht detonierte Novabomben, Genozidmaschinen und anderes, hochgefährliches Kriegswerkzeug abseits der Sternwege.

Und auch, wenn der Intergalaktische Sicherheitsdienst und der Völkerbund als Sieger aus dem Konflikt hervorgingen, haben fünf Jahrhunderte des Kämpfens und Blutvergießens beide Institutionen stark geschwächt. So waren sie nicht in der Lage, den zweiten Vormarsch der Jozianer im Jahre 2361 TZ aufzuhalten – oder die darauffolgende Vernichtung der Erde zu verhindern.

Quellen

  1. Rick Future Website