Intergalaktischer Völkerbund

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Der Intergalaktische Völkerbund bezeichnet einen Zusammenschluss von Regierungen innerhalb der Milchstraße, sowie Andromeda und der Magellan’schen Wolken, der vor gut zehntausend Standardjahren von den Fordianern ins Leben gerufen wurde. Obwohl es im Laufe der Geschichte zahlreiche ähnliche Bündnisse zwischen interstellaren Zivilisationen gegeben hat, stellt der Intergalaktische Völkerbund die größte und langlebigste von ihnen dar – auch wenn die Zahl seiner Mitglieder noch vor einigen Jahrtausenden bedeutend größer war.

Ursprung und Entwicklung

Der Intergalaktische Völkerbund – damals noch als der Pangalaktische Völkerbund bekannt – entstand kurz nach dem Zusammentreffen der Fordianer mit den Malevor. Zu dieser Zeit befand sich die Galaxis in einem dunklen Zeitalter, das geprägt war vom Fall vieler bedeutend älterer Sternenreiche, verursacht durch Kriege und anderen galaktischen Katastrophen.

Das Ziel des Bundes war und ist dabei die Förderung interstellarer Zusammenarbeit, die Wahrung des Friedens in der Milchstraße, Förderung des Handels und der Wissenschaften zwischen den Welten, sowie die Entwicklungshilfe unterentwickelter Zivilisationen und Hilfe bei Krisen auf planetarer und galaktischer Ebene. Dabei sollte jede Mitgliedsregierung ihre Souveränität wahren, sofern diese nicht gegen die Grundsätze des Völkerbundes verstieß.

Bald schlossen sich weitere Spezies dem Völkerbund an. Nur eintausend Jahre nach seiner Gründung zählte er bereits dreihundert Spezies aus der gesamten Galaxis zu seinen Mitgliedern. Darunter auch viele, die zuvor den Untergang anderer, älterer galaktischer Allianzen erlebt hatten, sich jedoch ungebrochenen Mutes den Idealen des Völkerbundes verschrieben.

Zu seiner Hochzeit vor gut dreitausend Jahren nannte der Bund über neuntausend Spezies sein Eigen, deren vereinte Territorien über 63 Prozent der damals bekannten Milchstraße ausmachten, und inzwischen sogar Regionen der ihn umgebenden Galaxien einschlossen. Handel und Forschung florierten. Diplomaten und Vermittler des Bundes sorgten für eine friedliche Lösung vieler aufbrandender Kriege, während seine Friedensstreitkräfte in Form des Intergalaktischen Sicherheitsdienstes viele interstellare Konflikte und Krisen eindämmen konnten.

Dieses goldene Zeitalter endete jedoch schnell mit dem ersten Vormarsch der Jozianer auf die Galaxis.


Der Krieg gegen die Jozianer

Die Jozianer, eine extrem aggressive und sehr mächtige Spezies aus den entlegenen Xidian-Sektoren der Nordwestlichen Peripherie, fielen wie eine Feuerflut über die Milchstraße her. Tausende von Welten fielen im Zuge ihrer Invasion. Beinahe die gesamte Galaxis befand sich im Ausnahmezustand. Der Konflikt dauerte mehrere Jahrhunderte an und endete mit dem Abrücken der Jozianer in ihre Heimatsektoren.

Doch der Preis dafür war hoch. Hunderte Mitgliedsspezies des Völkerbundes waren während des Krieges vernichtet worden oder an den Rand der Auslöschung getrieben. Viele planetare Regierungen hatten einen Großteil ihrer Streitkräfte eingebüßt, und der Intergalaktische Sicherheitsdienst hatte fast die Hälfte seiner Schiffe verloren.


Der Korrion-Krieg

Dennoch hielten die Überlebenden weiter an der Notwendigkeit des Völkerbundes fest. Der galaktische Wiederaufbau begann. Doch er hielt nicht lange, denn schon kündigte sich die nächste Krise an.

Die Korrion-Symmachie war eine weitere Allianz von Welten, die sich parallel zum Völkerbund entwickelt hatte. Jahrtausende lang war es zu Grenzstreitigkeiten und ideologischen Auseinandersetzungen zwischen den Organisationen gekommen. Nun brachte die Explosion eines fordianischen Kreuzers im Orbit einer ihrer Hauptwelten das Fass zu überlaufen und die Symmachie erklärte dem Völkerbund den Krieg – ein Konflikt der sich weitere fünf Jahrhunderte hinzog, und den Intergalaktischen Sicherheitsdienst weiter schwächte, ebenso wie das Vertrauen vieler Mitgliedsspezies in den Völkerbund.

Nach Ende des Korrion-Krieges vor zweitausend Jahren war die Zahl der ihm angeschlossenen Regierungen auf nur etwa dreihundert geschrumpft. Trotz des Sieges gegen die Symmachie warfen viele dem Völkerbund Schwäche und eine Reihe taktischer Verfehlungen vor, die Billiarden von Leben gekostet hatten.

Trotz aller Bemühungen sollte der Völkerbund nicht wieder zu seiner einstigen Größe zurückfinden.

Der Völkerbund heute

Heute zählt er gut 3.000 intergalaktischer Spezies zu seinen Mitgliedern, wobei fast alle davon in der Milchstraße beheimatet sind. Die Ausdehnung seiner Mitgliedsstaaten umfasst etwa 32 Prozent der Galaxis – immer noch ein ehrfurchtgebietend großes Gebiet, jedoch nur ein Bruchteil seines früheren Territoriums. Finanziert wird der Intergalaktische Völkerbund durch Beiträge seiner Mitglieder, sowie durch private Spenden.

Damals wie heute entsendet jede dem Bund angeschlossene Spezies einen oder maximal fünf Gesandte, die ihre Heimatregierung innerhalb des Bundes vertreten. Ungeachtet von Größe und Macht erhält jede Nation nur eine Stimme, was immer noch zu einigen Kontroversen führt.


Politik und Bürokratie

Unterteilt ist der Intergalaktische Völkerbund in die folgenden vier Hauptorgane:

Das Weltengremium, bei dem es sich um die Vollversammlung des Bundes handelt, die zweimal pro Standardjahr tagt, um beispielsweise Handels- und Sicherheitsfragen zu diskutieren, bei Sanktionen gegen Mitgliedsregierungen abzustimmen, sowie die Aufnahme weiterer Mitgliedsspezies zu beraten. Repräsentant und Leiter des Gremiums ist dabei der Erste Sprecher, ein Amt, das alle vierzehn Standardjahre von den Mitgliedern des Gremiums gewählt wird.

Ein weiteres Organ stellt die Administration des Völkerbundes da, die sich um Verwaltung, Organisation und Statistik kümmert, und zu diesem Zweck Milliarden von Sekretären und KIs beschäftigt.

Der Intergalaktische Gerichtshof wiederum befasst sich mit legislativen Fragen, Verletzungen der Satzungen des Völkerbundes, Rechtsstreitigkeiten zwischen seinen Mitgliedsregierungen, und dergleichen.

Zuguterletzt ist da der Intergalaktische Sicherheitsdienst. Als Friedensstreitkraft gegründet, erfüllt er nun eine aktivere Rolle als Polizei innerhalb des Völkerbundes. In seinen Aufgabenbereich fallen unter anderem das Sichern der Grenzen des Bundes und der ihm angeschlossenen Sternenwege, der Schutz unterentwickelter Systeme, der Kampf gegen das organisierte Verbrechen und Piraten. Auch im Falle eines Krieges mit feindlichen Regierungen kommt der Sicherheitsdienst zum Einsatz.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl untergeordneter Organe, die sich wissenschaftlicher Forschung, Kolonialisierung neuer Planeten und hundert anderen Themen beschäftigen. Dazu gehört auch die Kommission zur Förderung neuer galaktischer Kulturen“, die Entwicklungshilfe bei unterentwickelten Planeten leistet, oder sich bemüht, Kulturen in die galaktische Gemeinschaft einzuführen, die einen Erstkontakt erlebten, lange bevor sie dazu bereit waren, oder von anderen, überlegenen Zivilisationen ausgebeutet wurden – wie beispielsweise die Terraner nach den Geisterkriegen mit den Keltz, oder das Volk der Torith’a vom Planeten Torith, welches eine unglücksselige Begegnung mit den Izlaaks zu verwinden hatte.

Im Laufe der Jahrtausende haben viele Welten als Sitz des Intergalaktischen Völkerbundes gedient, doch seit Ende des Korrion-Krieges gebührt diese Ehre dem Planeten Telwilor-Korus im Hallab-System, wo seinerzeit die überlebenden Vertreter der Korrion-Symmachie die Kapitulationsbedingungen unterzeichneten.

Bei Millionen von Kulturen und Lebensformen innerhalb des Völkerbundes ist es schwer, einen gemeinsamen, ethischen Konsens zu finden. Manche Kulturen halten seit Jahrtausenden andere Lebewesen als Sklaven, was ganz klar gegen den Grundgedanken des Bundes verstößt. Und obwohl Entscheidungen innerhalb des Bundes demokratisch getroffen werden, sind viele seiner ältesten Mitgliedsregierungen faktisch Militärdiktaturen, wie beispielsweise die drei Häuser Golwonias.

Daher muss beim Antrag zum Eintritt einer Regierung in den Intergalaktischen Völkerbund von Fall zu Fall entschieden werden. Generell muss die antragstellende Regierung nachweisen, dass sie an Frieden, Kooperation und Handel interessiert ist und dass sie das Wohlergehen ihres Volkes im Allgemeinen fördert. Darüber hinaus muss sie sich bereit erklären, ihre Sternwege dem Völkerbund zu öffnen.

Unnötig zu sagen, dass viele Regierungen nicht mit den Idealen und Weisungen des Völkerbundes konform gehen und in einer Mitgliedschaft einen Verlust ihrer Unabhängigkeit sehen. Viele werfen dem Bund vor, nur eine Marionette seiner mächtigsten Mitglieder zu sein, insbesondere der Fordianer, die versuchten, andere Spezies nach ihrem Ebenbild zu formen.

Auch gibt es innerhalb des Bundes Kritik an seiner Politik. Immer wieder geraten seine Mitarbeiter wegen Korruptionsvorwürfen und Klüngelei ins Auge der Medien. Dem Bund und seinen Vertretern werden unter anderem ineffektives Management, Überbürokratisierung, sowie die Verschwendung von Spendengeldern und Beitragszahlungen vorgeworfen.

Viel schwerer wiegt jedoch der immer noch bestehende Vorwurf der Machtlosigkeit im Angesicht galaktischer Krisen.

Aber wie der ehemalige Erste Sprecher des Bundes, der Feyraner Ramari Artesch, einst sagte: "Nichts im Universum ist perfekt, inklusive des Intergalaktischen Völkerbundes. Trotzdem ist er der beste Schritt in Richtung einer Galaxis des Friedens und des Wohlstands."