Golwonia

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Am äußeren Rand des Orion-Armes der Milchstraße gelegen, ist Golwonia eine der bekanntesten und wichtigsten Welten der galaktischen Gemeinschaft und Heimat des golwonischen Imperiums.

Lage und Besonderheiten

Golwonia ist der dritte Planet einer G2-Sonne und wird seit über zwanzigtausend Standardjahren von einer weltweiten Eiszeit beherrscht. Grund hierfür ist eine Abnahme der Sonneneinstrahlung mit noch ungeklärter Ursache. Sicher ist nur, dass diese Eiszeit der entscheidendste Faktor in der Entstehung der golwonischen Zivilisation war und ist.

Der Heimatplanet der Golwonen misst knapp 13.000 Kilometer im Durchmesser und verfügt über vier große Kontinente: Malus im Westen, Gronn im Norden, Kors im Süden – und Ursas im Osten, die größte Landmasse Golwonias. Die Schwerkraft liegt bei knapp 1,2 G. Ein Tag auf Golwonia dauert knapp 25 Stunden und ein Jahr 403 Tage. Zwei Monde umkreisen den Planeten: die Felsbrocken Osch und Murr.

Schon aus dem Orbit ist das Ausmaß der planetaren Eiszeit deutlich: Die Kontinente sind unter Schichten von Permafrost verborgen. Selbst die Meere sind teilweise vereist, während verheerende Schneestürme unerbittlich über das vereiste Land fegen.

Während es anderen Spezies gelungen ist, Eiszeiten auf ihren Welten mit Hilfe von Orbitalspiegeln und Klimakontrollen abzumildern, haben die Golwonen gar nicht erst versucht, ihre Heimat wohnlicher zu machen. Im Gegenteil. Wie eines ihrer Sprichwörter besagt: Die Kälte ist der Wetzstein, der Leib und Seele der Golwonen schärft.

Kultur

Golwonin Concept Art © Colin M. Winkler

Dass sie es geschafft haben, trotz der mageren Ressourcen ihrer Heimatwelt eine raumfahrende Zivilisation aufzubauen, nötigt vielen anderen Spezies mindestens genauso viel Respekt vor den Golwonen ab wie ihre gefürchtete Raumflotte.

Die frühzeitlichen Golwonen begannen als nomadische Stammesgemeinschaften. Strenger Gehorsam war innerhalb dieser Gemeinschaften überlebensnotwendig und wurde den Golwonen quasi in die DNS eingebrannt. Das Überleben des Stärkeren war für sie ein sehr reales Konzept.

Schon sehr früh bildete sich eine Kriegerkultur, denn nicht nur die klimatischen Bedingungen stellten eine Bedrohung für das Fortbestehen der golwonischen Spezies dar. Ursprünglich gab es eine weitere intelligente Spezies, die den Planeten mit den Golwonen teilte und von Anfang an mit ihnen um die knappen Ressourcen ihrer Heimatwelt kämpfte. In den meisten Überlieferungen wird diese Spezies als die „Harda“ bezeichnet. Ihre eigene Lebensweise war dabei nicht weniger streng reglementiert oder kriegerisch als die ihrer Nachbarn.

Ständige Angriffe durch die Harda führten dazu, dass sich die diversen Stammesgemeinschaften der Golwonen bald zu einer einzigen, sesshaften Kultur formten, deren Hauptinteressen der Fortbestand der Spezies und die Vernichtung des Feindes waren. Damit wurde der Grundstein für die auch heute noch sehr kriegerische Gesinnung der Golwonen gelegt – ebenso für ihr allzu bekanntes Misstrauen gegenüber Fremden. Und auch die Ursprünge der golwonischen Religion sind in jener Epoche zu finden: Sie spendete den Golwonen in ihrer lebensfeindlichen Umwelt Trost und verlieh ihrem oft tristen Dasein einen Sinn.

Bis zum Beginn ihrer Industrialisierung rangen die Golwonen mit den Harda um die Vorherrschaft über Golwonia – bis die Harda schließlich von den Golwonen ausgelöscht wurden. Ein Ereignis, das auch heute noch in vielen Kriegerepen und Opern gefeiert wird.

Die wenigsten golwonischen Städte aus jener Zeit haben bis heute überdauert. Die meisten von ihnen fielen den Elementen zum Opfer und sind tief in Eis und Schnee vergraben. Moderne, golwonische Städte und Agrarfabriken wurden auf kilometerweiten Plattformen über dem Eis errichtet, wo sie durch Kraftfeldkuppeln vor dem harten Klima geschützt werden.

Leben auf dem Planeten

Golwonische Stadt © Rainer Harf

Die Bekannteste aller Kuppelstädte ist Galima, die Hauptstadt von Golwonia und gleichzeitig das religiöse, militärische und wirtschaftliche Herz des golwonischen Imperiums. Hier tagt das Regierungstriumvirat der drei Häuser Orenias, Drinai und Ralos.

Andere bekannte Städte sind Umitang, bekannt für die Trainingskader der golwonischen Krieger; Gess, in deren Treibhäusern das heißbegehrte Gorka-Gewürz produziert wird; Nataios, die Museumsstadt, in der viele Relikte der frühzeitlichen golwonischen Kultur bewahrt werden; und Arrta, die eine Vielzahl von Universitäten und Forschungsinstituten beherbergt.

Verlässt man diese Städte, bekommt man sofort einen Eindruck von der Härte, die die Golwonen über Jahrtausende hinweg geprägt hat. Da die starken Schneestürme eine Überwachung des Planeten aus dem Orbit erschweren und die Eisschichten Scannerstrahlen reflektieren, entziehen sich den Golwonen nicht wenige Vorgänge auf ihrem eigenen Planeten. Manche Regionen sind mit einer mythischen Aura umgeben, wie die Ruinen von Imaku oder der Tempel von Ussor.

Obwohl die Eiswüsten auf den ersten Blick lebensfeindlich und unbewohnt wirken, hat sich dennoch eine bemerkenswerte Vielzahl von Lebewesen den widrigen Umständen angepasst. Einige dieser Tiere sind auch außerhalb Golwonias wohlbekannt, wie die Dasroks, wilde unzähmbare Raubtiere, und die Warge: bärengroße Räuber, die im Laufe der Zeit von den Golwonen zu Last- und Nutztieren gezüchtet wurden.

Andere Spezies gelten als legendär, wie die Eisweber, arachnoide Lebewesen, die angeblich die zahlreichen Höhlensysteme des Planeten bewohnen, oder die gefürchteten Eiswürmer, die sich durch die manchmal kilometerdicken Schichten aus Schnee und Eis graben sollen. Tatsächlich konnte bislang noch kein lebendes Exemplar dieser Tiere beobachtet werden.

Die Bindung an ihre Heimatwelt ist bei den Golwonen sehr viel stärker ausgeprägt als bei anderen Spezies. Obwohl sie seit gut 15.000 Jahren auf der pangalaktischen Bühne agieren, haben die Golwonen – anders als die Fordianer, die Terraner und andere, große Zivilisationen – niemals ernsthafte Kolonialisierungsprojekte unternommen. Bei sämtlichen außerplanetaren Niederlassungen der Golwonen handelt es sich entweder um Militärbasen oder Handelsaußenposten. So zählen trotz der militärischen und wirtschaftlichen Macht des golwonischen Imperiums seine Bürger etwa nur knapp zweieinhalb Milliarden.

Um eine Überbevölkerung zu vermeiden, gibt es strenge Geburtenkontrollen. Und selbst, wenn es einer Familie aufgrund für das Imperium geleisteter Dienste gestattet ist, ein oder mehrere Kinder zu bekommen, werden diese kurz nach der Geburt von Priestern in die Eiswüsten geführt. Überleben sie dort drei Nächte in bitterer Kälte und nur mit Wargmilch als Nahrung, ist es ihnen gestattet, weiterzuleben. Kinder, die bei dieser Härteprüfung sterben, werden namenlos im Eis begraben.

Ein weiterer Grund, der die Golwonen auf ihrer Heimatwelt gehalten hat, ist die Nähe zu einem ausgebrannten Magnetar in ihrem Nachbarsystem. Tief im Kern dieses toten Sterns existieren sogenannte Eiskristalle - eine hochenergetische, quartzähnliche Substanz, die - so weit bekannt - in der Galaxis einmalig ist. Die Golwonen bezeichnen diese Kristalle wohl zu Recht als ein „Geschenk der Götter“, denn bereits wenige Gramm erzielen Preise von mehreren tausend Galaks.

So sichern die Eiskristalle nicht nur die wirtschaftliche Macht der Golwonen, sie sorgen auch dafür, dass ihre Städte in den kommenden Millenien weiterhin der eisigen Kälte ihrer Heimatwelt trotzen können.

Quellen

  1. Rick Future Website
  2. Rick Future Podcast (Folge 25)