Fordianer

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Die Fordianer sind eine der mächtigsten und ältesten raumfahrenden Spezies der Gegenwart. Bei vielen gelten sie als Zivilisationsbringer – bei anderen als heimliche Diktatoren.

Heimatwelt

Ihre Heimatwelt ist Fordina, nahe der östlichen Peripherie der Milchstraße gelegen. Der Planet umkreist den Hauptstern eines Dreifach-Sternsystems. Bis vor etwa 12.000 Standardjahren war Fordina eine wasserreiche Welt mit warmem Klima und winzigen Landmassen voller Sümpfe und Urwälder, geprägt von häufigen Regenfällen und Stürmen. Sandwüsten sind auf Fordina unbekannt, ihnen am nächsten kommen die gefrorenen Landmassen an den Polen des Planeten.

Charakteristika

Fordianer Concept Art © Colin M. Winkler

Die erfolgreichsten Landlebewesen auf Fordina waren Amphibien. Und auch die Fordianer, die einzige intelligente Spezies ihrer Heimat, können ihre amphibische Abstammung nicht verhehlen – tatsächlich erinnern sie terranische Beobachter an humanoide Frösche, mit einer Durchschnittsgröße von 1,5 Metern, gedrungener Haltung, großen Glubschaugen und breiten, lippenlosen Mündern. Männliche Fordianer weisen eine grüne Pigmentierung auf, weibliche Vertreter dieser Spezies dagegen eine rötliche – es ist für Laien die einzige Art, die beiden Geschlechter auf den ersten Blick voneinander zu unterscheiden. Auch braune Färbungen sind bei beiden Geschlechtern möglich, wenn auch recht selten.

Fordianer haben vier spillerig-dünne Finger an jeder Hand, bei manchen Volksgruppen sind noch rudimentäre Schwimmhäute zu erkennen. Ihre Nasenlöcher sind winzig und können sich gegen das Eindringen von Wasser verschließen.

Obwohl die Fordianer ihre Kinder lebend gebären, kommen diese in einem larvenartigen Stadium zur Welt, bei dem sie noch über Kiemen anstelle von Lungen verfügen. Die ersten Monate ihres Lebens verbringen sie im Wasser, bis eine graduelle Metamorphose eintritt, in deren Verlauf sich die Kiemen zurückbilden und die Lungen vollends entwickeln.

Die Fordianer bevorzugen eine feuchte, warme Atmosphäre. Ihre Häuser haben idealerweise Zugang zu Gewässern oder großen Pool-Anlagen, in denen sie sich entspannen. Da ihre Haut droht, schnell auszutrocknen, ist es für sie notwendig, bei einem Besuch auf trockenen Welten ein Schutzgel aufzutragen. Sie verfügen über eine natürliche Lebensspanne von 200 Standardjahren, doch leben viele Fordianer dank Medikamenten und Gentherapie bedeutend länger. Der älteste Fordianer starb mit knapp neunhundert Jahren – und nicht einmal an Altersschwäche.

Ihre Hauptsprache ist – wie alle Idiome der Fordianer – extrem komplex und nur für die wenigsten Spezies hinlänglich zu artikulieren. Daher sprechen sie im Umgang mit anderen Völkern oft Standard-Galaktisch, wobei sie aufgrund anatomischer Eigenheiten einen gewöhnungsbedürftigen Akzent benutzen.

Entwicklung und Expansion

Die Zivilisation auf Fordina reicht wenigstens fünfzigtausend Standardjahre zurück: Archäologische Ausgrabungen haben einige der ursprünglichen „Teichstädte“ zu Tage gefördert, deren Steinhäuser den frühen Fordianern Zuflucht vor Stürmen boten und zur Hälfte mit Wasser gefüllt waren.

Aus dieser Frühzeit der fordianischen Kultur ist nicht viel erhalten, dennoch gilt es als gesichert, dass die frühen Fordianer Dynastien von Gottkaisern verehrt haben, bis sich schließlich demokratischere Gesellschaftsformen durchsetzen konnten. Ihre industrielle Entwicklung setzte vor schätzungsweise 14.000 Jahren ein. Und sie kostete die Fordianer beinahe ihren Heimatplaneten.

Im Laufe der Jahrtausende wurde das Ökosystem Fordinas durch Überindustrialisierung, Meeresverschmutzung, Nuklearkriege und andere, zivilisationsbedingte Katastrophen an den Rand des Kollaps getrieben. Auch wenn die fordianische Technologie immer nachhaltiger und umweltschonender wurde, war es zu spät: Das Einzige, was die Bewohner des Planeten retten konnte, war ein Exodus auf eine andere, lebensfreundlichere Welt.

Zu dieser Zeit hatten die Fordianer bereits erste Raumflüge mit Unterlichtantrieben unternommen und sich über die Grenzen ihres Sonnensystems hinausgewagt. Nun begann ein Rennen gegen die Zeit: Während immer mehr Fordianer der verseuchten Umwelt ihrer Heimat zum Opfer fielen, erhielt die Entwicklung neuer Raumantriebe allerhöchste Priorität. Erste Durchbrüche in der Theorie der Hyperraum-Geometrie gelangen, doch ihre praktische Umsetzung lag noch in der Zukunft. Es wurden bereits Pläne geschmiedet, auf den vierten Planeten des Systems überzusiedeln, jedoch handelte es sich dabei um eine kalte, staubige Welt, ähnlich dem Mars, die nur wenig bewohnbarer war als ihr Heimatplanet.

Dann kam die unverhoffte Rettung, als automatische Sonden einen Exoplaneten entdeckten, der als Koloniewelt geradezu ideal war: Smartho, im Nachbarsystem Etor-Stora gelegen – eine wasserreiche Welt mit mildem Klima, und einer blühenden Ökologie.

Eine Flotte von Weltraum-Archen entstand. Mit quälender Langsamkeit schleppten sie sich von einem Sonnensystem zum nächsten, an Bord Millionen von Fordianern, die den Transit in Biostase verbrachten – fast siebzig Prozent der planetaren Bevölkerung befanden sich auf einer Reise ins Ungewisse. Einige Volksgruppen und religiöse Gemeinschaften weigerten sich, ihre Heimat zu verlassen – und gingen mit ihr unter, als ihre Umwelt endgültig toxisch wurde.

Die Exilanten auf Smartho hingegen fanden ein wahres Paradies vor. Dies führte zu einer neuen Spiritualisierung der Fordianer: Neue Religionen entstanden, die ein beseeltes Universum verehrten und Einheit mit der Natur und dem All lehrten. Viele davon existieren noch heute, wie die Odripyra-Gemeinschaft, benannt nach ihrem ersten Propheten, oder die Esch-Slonidar – was wörtlich etwa „Avatare des Alls“ bedeutet.

Die Fordianer als Spezies fühlten eine neue Einheit. Alte Streitigkeiten zwischen ethnischen Gruppierungen wurden beigelegt; man schwor sich, Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Stattdessen wollten man sich einem Leben im Einklang mit dem Universum widmen.

Rasch wurden neue Erkundungsschiffe ausgesandt. Sie fanden Leben auf anderen Planeten, wenn auch kein intelligentes. Dafür wurden zwei weitere Fordina-ähnliche Welten in der galaktischen Nachbarschaft entdeckt: Coriban, im Quainus-System, und Oluun, im Herzen des Drove’yata-Nebels – beides Ozeanwelten mit perfekten klimatischen Bedingungen, fordianische Kolonien gedeihen zu lassen.

Noch heute sind diese Planeten die Kernwelten des fordianischen Zivilisation und Mittelpunkt ihrer Kultur. Smartho, Coriban und Oluun sind blühende Welten, auf denen die Fordianer Technik und Natur in gesundem Gleichgewicht halten. Insbesondere Smartho ist mit seinen ausgedehnten Ozeanen und fliegenden Tempeln ein beliebtes Urlaubsziel gut betuchter Touristen.

Und auch Fordina wurde einige Jahrhunderte nach dem Exodus mit inzwischen weiterentwickelter Terraforming-Technologie von einem giftigen Höllenloch in eine bewohnbare Welt zurückverwandelt – auch wenn sie sich von dem einstigen ökologischen Zusammenbruch niemals ganz erholen wird.

Der Völkerbund entsteht

Inzwischen hatte auch die Hyperraumforschung Früchte getragen – und nicht lange, nachdem die Fordianer ihre Schiffe durch die Alpha-Sphäre des Hyperraums ausgesandt hatten, trafen sie auf eine andere, intelligente Spezies: die Malevor vom Planeten Vaitra, der mit nur zwanzig Lichtjahren Entfernung in der Nähe von Smartho liegt – nach galaktischen Maßstäben.

Die Malevor empfingen die Fordianer freundlich. Ein Bündnis wurde geschlossen. Die Fordianer teilten ihre Hyperraumtechnik mit ihren Nachbarn und weitere Erkundungsschiffe wurden ausgesandt, neue Sphären des Hyperraums erschlossen und kartographiert. Diesmal dauerte es nur wenige Monate, bis man auf weitere intelligente Spezies stieß – manche davon waren Nachfahren von untergegangenen Sternenreichen, von deren Existenz weder die Fordianer noch die Malevor etwas geahnt hatten. Sie erfuhren, dass sich die Milchstraße in einer Art galaktischem Mittelalter befand, geprägt vom Untergang großer Kulturen, der durch Kriege oder andere Katastrophen verursacht worden war. Viele Planeten, die einst miteinander in Kontakt gestanden hatten, waren seit Jahrtausenden voneinander getrennt.

Die Fordianer – von allen ihnen damals bekannten Kulturen technologisch am weitesten entwickelt – strebten an, dieses dunkle Zeitalter zu beenden und die galaktischen Völker wieder zusammenzuführen. Die Malevor und andere standen ihnen dabei zur Seite. Der Pangalaktische Völkerbund wurde gegründet: ein friedlicher Zusammenschluss interstellarer Kulturen, der sich der Diplomatie, dem Handel und der Erforschung des Alls verschrieb. Schnell fanden sich weitere Mitgliedsvölker. Der Völkerbund wuchs und wuchs.

Der Galak wurde als völkerübergreifende Währung eingeführt, ebenso wie das fordianische Jahr als Standardjahr Verwendung fand. Ungefähr zu dieser Zeit entstand mit dem Pangalaktischen Sicherheitsdienst auch die Polizei- und Schutzstreitmacht des Völkerbundes, während neue, fordianische Kolonien in den Weiten des Alls aufblühten, quer durch die Galaxis verstreut.

Heute gibt es weit über tausend fordianische Welten in fast ebenso vielen Systemen. Die Zahl ihrer Bürger wird auf achthundert Milliarden geschätzt – was sie zur bevölkerungsreichsten Zivilisation der Gegenwart macht. Sogar in anderen Galaxien wie Andromeda und den Magellan’schen Wolken wurden fordianische Außenposten gegründet. Und obwohl sowohl der Völkerbund als auch der Sicherheitsdienst – beide inzwischen von pangalaktisch zu intergalaktisch hochgestuft – auf eine bewegte und nicht immer ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken können – stellvertretend für viele andere Konflikte seien hier der Korrion-Krieg, sowie die beiden Vormärsche der Jozianer genannt – sind die Fordianer bis heute eine der einflussreichsten Spezies der Milchstraße geblieben.

Regierungsform

Sie gelten als brillante Wissenschaftler, umsichtige Händler und unerschrockene Forscher, die eine enorme Toleranz und oft auch Faszination für andere Völker an den Tag legen. Etwa 82 Prozent ihrer Welten gehören dem Fordianischen Imperium an – zumindest lautet so die landläufige Übersetzung dieses galaxieumspannenden Sternenreiches. Der eigentliche Name ihrer Zivilisation – von terranischen Zungen unmöglich zu artikulieren – bedeutet sinngemäß etwa „Würdevoll-friedlich-demokratisch expandierende Weltraumnation“.

Regierungsoberhaupt ist der Fordianische Hohe Rat, der seit etwa fünftausend Jahren auf Fordina tagt und sich aus demokratisch gewählten Volksvertretern zusammensetzt. Zu Beratungszwecken begeben sich die Ratsmitglieder in eine technisch induzierte Trance, bei der sie zu einer Art Kollektivbewusstsein verschmelzen. Wie genau dies geschieht, ist Außenweltlern jedoch unbekannt, und hat zu einigen wilden Spekulationen geführt, die von einer kollektiven Gehirnwäsche munkeln, und dass die Fordianer eigentlich von einer Künstlichen Intelligenz beherrscht würden.

Auch sie unerschütterlich an den friedliebenden Idealen des Völkerbundes festhalten und vielen Spezies zu Frieden und Wohlstand verhelfen konnten, haben sich die Fordianer nicht nur Freunde in der Galaxis gemacht. Viele werfen ihnen vor, andere Spezies zu manipulieren oder von ihrer Technologie abhängig zu machen; dass sie unterentwickelte Zivilisationen nach ihrem Ebenbild formen würden und der Intergalaktische Sicherheitsdienst nichts anderes als der starke Arm des Imperiums sei. Was die einen für gesundes Selbstvertrauen der Fordianer halten, ist für andere pure Arroganz.

Auch wenn die kritischen Stimmen wahrscheinlich niemals verstummen werden, sind sich die meisten Spezies innerhalb des Völkerbundes bewusst, welche Dienste die Fordianer der galaktischen Gemeinschaft geleistet haben – und immer noch leisten. Oder, wie es ein altes Sprichwort besagt:

„Wenn die Fordianer fallen, fällt auch die Galaxis.“