Borgonen

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Die Heimatwelt der Borgonen heißt in ihrer Hauptsprache Borgona.

Charakteristika

Die Borgonen sind Säuger mit einer Durchschnittsgröße von 1,6 Metern bei den männlichen und 1,4 Metern bei den weiblichen Vertretern ihrer Art. Ihre Körperform ist gedrungen; nicht wenige Borgonen neigen zur Fettleibigkeit. Ihre Körper sind mit einem dichten, borstigen Pelz bewachsen, dessen Färbung von Schneeweiß bis Rostbraun und Tiefschwarz reichen kann. Ihre Gesichter weisen einen kurzen Rüssel auf sowie runde, kleine Augen, die meist gelb und sehr viel seltener braun gefärbt sind.

Männliche Borgonen sind sofort an den vier Hauern zu erkennen, die sich aus ihren Oberkiefern hervorkrümmen. Diese Hauer sind der Stolz eines jeden Borgonen-Mannes: je länger und gekrümmter sie sind, desto attraktiver wirkt ihr Träger auf das weibliche Geschlecht.

Die Borgonen sind Omnivoren und bekannt für ihren ständigen Hunger – ein Rückbleibsel aus den Zeiten, als ihre Vorfahren auf der Suche nach kargen Ressourcen in Herden durch die verschneiten Wälder ihres Ursprungskontinents gewandert sind.

Kultur

Auch heute noch haben die Borgonen ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl. Zwar gibt es keine wirklichen Nationalstaaten auf Borgona, dafür sind die Kontinente unter unzähligen Clans und Großfamilien aufgeteilt. Die Verbundenheit zu seinem Clan ist für den Durchschnitts-Borgonen ebenso wichtig wie die Verbundenheit zu seiner Heimat. Daher sind die meisten von ihnen extrem sesshaft – sie verlassen nie die Region ihrer Geburt, sie verspüren nicht einmal den Drang danach. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?, könnte ein Leitspruch der borgonischen Kultur sein.

Ein Großteil von ihnen lebt als Bauern oder Handwerker, und so sind die Kontinente Borgonas geprägt von pittoresken Bauerndörfern und Agrargemeinschaften. Gulkur, die größte Stadt des Planeten, zählt gerade mal zehntausend Einwohner.

Sklaverei und Leibeigenschaft sind den Borgonen fremd: Jeder leistet einen Beitrag für seine Familie und seinen Clan, wofür er Respekt und ein Leben in Freiheit verdient. In den meisten Regionen werden die Clan-Führer alle zwölf lokalen Jahre auf einer Großversammlung sämtlicher Dorfältesten und Bürgermeister demokratisch gewählt.

Auch wenn es oft Streitigkeiten um Grenzverläufe und Bodenschätze zwischen den Clans gibt, kam es in zweitausendsiebenhundert Jahren borgonischer Geschichtsschreibung nicht einmal vor, dass ein solcher Konflikt zu einem echten Krieg eskalierte.

Um ihre Auseinandersetzungen beizulegen, bestimmt jeder Clan einen Kämpfer als Vertreter, um sich im Zweikampf vor den Augen der größten Familien zu messen. Ein Sieg im Kampf bedeutet einen Sieg für den jeweiligen Clan – was von der Verliererseite in den meisten Fällen ohne weitere Einwände akzeptiert wird. Obwohl diese Zweikämpfe oft im Tod von einem oder gar beiden Kontrahenten enden, gilt es als große Ehre, auserwählt worden zu sein, für seinen Clan zu kämpfen. Es sei angemerkt, dass die Borgonen hierbei wie sonst auch keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern machen.

Freizeitgestaltung

Wenn sie nicht gerade auf den Feldern oder in den Manufakturen arbeiten, amüsieren sich die Borgonen gerne mit Rüsselgesängen, zu denen sie sich oft zu Hunderten einfinden, oder sportlichen Wettkämpfen, bei denen sie ihre Kräfte messen. Sehr beliebt sind auch ausschweifende Gelage, die oft Tage und Nächte andauern können und bei denen es oft sehr rau und derbe zugehen kann.

Religion

Auch die Religion spielt eine große Rolle im Leben der Borgonen. Ihre Hauptreligion, auf allen Kontinenten in verschiedenen Varianten verbreitet, betet eine Muttergöttin an, von der alle Borgonen abstammen. Die Priester dieser Religion dienen dabei hauptsächlich als spirituelle Berater, als Geschichtsschreiber und -erzähler sowie als Beistand in moralischen oder erzieherischen Fragen.

Erstkontakt

Obwohl auch den Borgonen Unzufriedenheit und gelegentliches Nörgeln über den Status quo nicht fremd sind, stehen sie im Allgemeinen größeren Veränderungen sehr skeptisch gegenüber. So schleicht ihre industrielle Entwicklung seit fünfhundert Jahren dahin, ohne mehr als einfache Dampfmaschinen hervorgebracht zu haben. Die Borgonen sind sehr stolz auf die Arbeit, die sie mit ihren eigenen Händen verrichten – die Vorstellung von intelligenten Maschinen finden sie zutiefst beunruhigend, und der Gedanke, durch den Weltraum zu fliegen, ist lachhaft für sie. Warum sollte man an Orte reisen, die nicht Borgona sind, zumal wenn das All so lebensfeindlich ist?

Dass ihnen einmal Besuch von den Sternen erhalten sollten, war lange Zeit undenkbar für sie, bis vor etwa dreihundert Standardjahren ein Erkundungsschiff der Feyranischen Hegemonie durch einen Hypersturm in ihren Teil der Galaxis verschlagen wurde und auf Borgona notladen musste. Die Borgonen gerieten beim Anblick des flammenden Metalldings am Himmel verständlicherweise in Panik, jedoch konnten die Feyraner ihnen schnell deutlich machen, dass sie keine bösen Absichten hegten, und friedlich abziehen würden, sobald die Reparaturen an ihrem Schiff abgeschlossen waren. Tatsächlich boten sie sogar an, die Borgonen mit dem Intergalaktischen Völkerbund in Kontakt zu bringen und ihnen die Galaxis zu zeigen.

Die größten Clans der Borgonen fanden sich zusammen, um darüber zu beraten und abzustimmen, wobei das Ergebnis borgonen-typisch vorhersehbar war: Die Feyraner durften bleiben, so lange sie mussten, doch die Völker von Borgona hatten kein Interesse, der galaktischen Gemeinschaft beizutreten.

Natürlich akzeptierten die Feyraner diese Entscheidung. Dennoch sprachen sie sich beim Völkerbund dafür aus, das Jaramja-System zum Schutzgebiet zu erklären. Im Gegenzug gestatteten einige wenige Clans dem Bund, Forscher zu entsenden, um die Flora und Fauna ihrer Heimatwelt zu studieren. Vorausgesetzt, sie taten dies in abgelegenen Gebieten, heimlich, still und leise.

Und so lief das Leben auf Borgona weiter wie schon Jahrtausende zuvor, als wäre nichts geschehen.

Dennoch gab es immer wieder Borgonen, die von den Fremden faszinierten waren – und ihren Geschichten vom Leben dort draußen im All. Einige von ihnen baten sogar darum, von den Forschern des Völkerbundes mitgenommen zu werden. Auch wenn dies vielleicht bedeutete, Borgona niemals wiederzusehen.

So haben seit den drei Jahrhunderten nach dem Erstkontakt mit den Feyranern schätzungsweise fünftausend Borgonen ihre Heimatwelt verlassen. In den Augen ihrer Artgenossen gelten sie als exzentrische Einzelgänger und möglicherweise sogar geistesgestört. Nicht wenige der Auswanderer waren und sind Kriminelle: Diebe und Mörder, die von ihren Clans ausgestoßen wurden, und ohne die – so die allgemeine Auffassung – Borgona erheblich besser dran war.

Doch ob kriminell oder nicht, den Auswanderern stand ein unvorstellbarer Kulturschock bevor. Die meisten von ihnen flehten bald darum, so schnell wie möglich zurück nach Hause gebracht zu werden.

Nur etwa zehn Prozent der Emigranten blieben ihrer Heimat dauerhaft fern. Manche von ihnen machten sogar Karriere und sorgten dafür, dass der Name ihrer Spezies auch in anderen Teilen der Galaxis bekannt wurde.

Berühmte Borgonen

So heuerte die junge Borgonin Kaischura Daska auf einem karsilischen Frachter an, nur um fünfzig Standardjahre später ihr eigenes, pangalaktisches Frachtunternehmen zu gründen.

Weniger rühmlich hingegen waren die Unternehmungen ihres Artgenossen Vago Korrak, der sich nach Verlassen seiner Heimat zunächst als Söldner für die trinoktarische Draschadi Corporation verdingte und später als einer der ruchlosesten Raumpiraten seiner Zeit in die Geschichte einging.

Quellen

  1. Rick Future Website